
Sehr Gut - Das Buch ist sehr gut. Der Aufbau des Buches ist sehr gut und auch so gestaltet, dass ein eigenes Systemmodell parallel Kapitel für Kapitel entwickelt werden kann. Ich weiß garnicht ob das so beabsichtigt war. Natürlich muss beim eigenen ersten Versuch ein Systemmodell zu erstellen in diesem Buch mal vor und zurückgeblättert werden, aber das liegt in der Natur der Systemmodellierung selbst, d.h. eine Systemmodell schrittweise feiner zu modellieren. Ich kann nur dringend empfehlen bei einen ersten Kontakt mit dem Thema Systemtheorie ein eigenes Modell zu Fuß und per PC zu erstellen. Durch reines Lesen wird sich der Inhalt des Buches einen Leser nur bis zum 1. Kapitel tragen. Ab Kapitel 2 muss Stift + Papier herrausgeholt werden und der PC hochgefahren werden.Für wen ist das Buch geeignet? Für alle die eine gewisse Freude an Mathematik (nicht Rechnen) für sich beanspruchen können. Das kann ein Forscher sein der größer angelegte quantitative Analysen durchführt und in Bossel immer wieder auf ein zuverlässiges Vorgehensmodell zurückgreifen kann und auch vielleicht ein paar methodisch neue bzw. nicht-verinnerlichte Ideen finden kann. Es kann auch für Beratungstätigkeiten sehr gut sein, insb wenn für den Klienten kaum überschaubare Probleme bzw. Fragestellungen vorliegen und auch eine gute Lösung für viele Interessensgruppen erreicht werden sollen (z.B. kritische Planfeststellungsverfahren, politische Gesetzesentscheidungen, Investitionsentscheidungen, Spieltheoretische Strategieoptionen, und vieles mehr). Das Buch kann ich auch Studenten (inkl. deren Dozenten) empfehlen für den praktischen Einsatz im Lehrbetrieb und zwar möglichst zu Beginn eines Studiums (von Naturwissenschaft bis Sozialwissenschaften). Gleiches gilt auch für Oberstufen-Schülern die sich gerne mit einfacheren Sachaufgaben aus Mathematik, Informatik, Physik, Chemie und Biologie beschäftigen. Ich kann dieses Buch aber auch Pädagogen bzw. Lehrern als didaktisches Hilfsmittel empfehlen, da mit einfachen Systemmodellen auch relativ einfache (aber denoch für Mittelstufen-Schüler komplexe) Zusammenhänge sehr illustrativ vermittelt werden können ohne gleich mit unübersichtlichen Fließtexten und komplizierten Formel-Wirrwarr manche Schüler abzuhängen.Hier muss nochmal angemerkt werden. Das Buch benutzt Fachbegriffe und erklärt diese nicht unbedingt gebetsmühlenartig. Daher ist es für den praxisorientierten Autodidakten sehr wichtig, am besten via Internet, unbekannte Begriffe nachzuschlagen (unternehmerisch gesagt: das ist die entry barrier). Selbst für den strebsamen Studenten oder auch Schüler ist es daher sehr wichtig, dass eine lehrende Person für Nachfragen bereit ist und selbst etwas Ahnung von Systemmodellierung hat (was für einen Akademiker aber keine große Herrausforderung seien sollte). Insbesondere die Beispielaufgaben im Systemzoo zeigen wie vielfältig dass Wissen aus diesem Buch angewendet werden kann. Natürlich mag dem einen oder anderen die Beispiele etwas zu naturwissenschaftlich (Physik?), zu ökologisch (Pflanzen? Klima?), oder zu politisch (Weltbevölkerung?) erscheinen. Das sind jedoch Beispiele. Nach dem Lesen des Buches und natürlich dem gleichzeitigen Anwenden, war ich persönlich schon überrascht, was ich mit meinen PC noch so anstellen kann, z.B. Simulation eines kleinen Supply Networks, Prognose von Aktienkursbewegungen, etc um nur einige Beispiele zu nennen. Die Tips in den Buch können Fachwissen nicht ersetzen, aber zumindestens dafür sorgen das existierende Wissen eines Menschen (egal wie spezialisiert oder eher grundlegend) in einer sehr effektiven und effizienten Arbeitsweise in vergleichsweise großartige Ergebnisse umzusetzen. Wenn ich nun den Nutzen mit dem Preis vergleichen, dann komme ich zu den Schluss: Nutzen / Preis ==> UnendlichPreis / Nutzen ==> 0